ARA Mühlbachl: Neuer Weg der Abwasserreinigung
Die Zeichen der Zeit erkennen und auf neue Technik setzen
Die auf der ARA Mühlbachl vorhandene mechanische Vorreinigung konnte die Anforderungen, aus heutiger Sicht und verfahrenstechnischer Notwendigkeit nicht mehr erfüllen. Aus diesem Grunde wurde im Jahr 2000 das Ingenieurbüro Sprenger Altrans durch den AWV unteres Wipptal - ARA Mühlbachl beauftragt, die Abwasserbehandlung mit einer zeitgemäßen Anlage zu planen, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet.
Nach Umsetzung der Planungsarbeiten sowie Erstellung der Ausschreibungen wurden nachstehende Aggregate der Fa. HUBER AG in die Konzeptionierung aufgenommen:
- Siebanlage 1000/3. Mechanische Abwassersiebung mit 3mm Spaltweite unter Berücksichtigung der besonderen Zulaufsituation, d. h. Mischwasserzulauf mit sehr hohen Fett-, Sand-, Splittanteilen.
- Auswaschung und Entwässerung des anfallenden Rechengutes
- Sandwaschanlage
- Schlammeindickungungsanlage
Im Jahr 2001 erhielt unser Unternehmen auf Grundlage der Ausschreibung den Auftrag für die Lieferung und Montage der Maschinen- und elektrotechnischen Ausrüstung. Für die vorgenannte Aufgabenstellung haben wir folgende Anlagenkomponenten eingesetzt:
1. HUBER ROTAMAT® Siebanlage Ro 2
Zur mechanischen Vorreinigung wurde eine leistungsstarke ROTAMAT® Siebanlage Baugrösse 1000 mit 3 mm Spaltweite eingesetzt. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass hier im Vorfeld schon eine Siebanlage Ro 2 1000/2 mm Spaltweite seit dem Jahr 1994 im Einsatz war. Diese Anlage, welche schon über 22.000 Betriebsstunden problemlos betrieben wurde, wird nun als Stand-by Gerät eingesetzt. Die eingesetzte Siebanlage bietet durch die Verwendung eines Spaltsiebes und die konstruktive Einbaulage des Siebkorbes höchste Sicherheit in puncto Abscheideleistung. Ferner bietet dieses System neben dem besonderen niedrigen hydraulischen Widerstand auch noch den Vorteil einer berührungslosen, so?mit einer nahezu verschleißfreien Siebräumung. Diese Konstruktionsmerkmale machen die ROTAMAT®-Siebanlage auch bei Einsatzbedingungen mit Sand-, Splitt-, und hohen Rechengutbelastungen zu einem sicheren Siebsystem, das dauerhaft zuverlässig und störungsfrei arbeitet.
Weiter ist die Siebanlage selbstverständlich mit einer integrierten Rechengutwäsche (IRGA) und einer automatisch integrierten Rechengutpresse ausgestattet. Die integrierte Rechengutwäsche besteht aus Feinspülung im Steigrohr sowie einer Grobspülung im Siebkorbbereich. Die Rechengutpresse befindet sich vor dem Auswurfbereich und ist ausgestattet mit einer automatischen Presszonenspülung.
Ergebnisse:
- Zulaufmenge 150 l/s
- Entwässerung des Rechengutes ca. 40 % TR
- Organischer Auswaschgrad=>95 %.
2. HUBER- COANDA- Sandwaschanlage RoSF 4
Die leistungsstarke Anlage, welche nach dem Coandaprinzip sowie Aufstromverfahren arbeitet und so im Rundsandfang abgesetzte Kanalsande problemlos verarbeitet. Die Anlage überzeugt durch die kompakte Bauweise sowie durch die Kombination Sandklassierer und Sandwäsche in einer Maschine.
Die Funktionstüchtigkeit sowie Erbringung der garantierten Werte untermauern die weit über 600 in Betrieb befindlichen Anlagen.
Leistungsdaten:
- Durchsatzleistung 8 l/s für max. 1 t/h Rohmaterial
- Glühverlust des gewaschenen Sandes <2 %
- Abscheideleistung vom Sand Korngrösse 0,2 mm > 95 %
- Trockensubstanz des ausgetragenen Sandes > 90 % TR.
Mit diesen Ergebnissen werden die Anforderungen für eine Deponierung bzw. die Vorraussetzung für Wiederverwertung und damit zur Nutzung als Rohstoff geschaffen. Darüber hinaus werden die Entsorgungskosten erheblich reduziert.
3. ROTAMAT® Scheiben-Eindicker RoS 2S
Die innovative Neuentwicklung zur Schlammeindickung.
Die Einfachheit und Effizienz des Systems begeistert die Betreiber. Besonders ist hier zu beachten, dass ohne besonderen Wartungsaufwand ein problemloser 24 Stundeneinsatz möglich ist. Aus nachfolgend dargestellten Betriebsergebnissen ist ersichtlich, dass der anfallende Überschussschlamm mit minimalsten Verbrauchsmitteln betrieben werden kann. Beim System Scheiben-Eindicker handelt es sich um eine schräg installierte, sich langsam drehende Filterscheibenkonstruktion. Die Filterscheibe ist in einem geschlossenen Edelstahlbehälter eingebaut. Die Filterscheibe unterteilt den Behälter in einen Arbeitsbereich Feststoffaufkonzentrierung des Schlamm / Flockengemisch und in einen Filtratsammelbereich. Der vorgeflockte Schlamm fliesst aus dem Flockungsreaktor auf die Oberfläche der Filtratscheibe. Das freigesetzte Filtratwasser dringt durch das Maschengewebe von 0,25 mm und fliesst frei ab.
Die verbleibenden Schlammflocken konzentrieren sich durch die Drehbewegung sowie eingebauten Schikanen zu der verbleibenden Feststofffracht, welche im oberen Bereich des Scheiben-Eindickers per Abstreifsystem in den Dickschlammvorlagebehälter transportiert wird. Der Hauptvorteil des Systems Scheiben-Eindicker besteht im Wesentlichen darin, dass mit niedrigen Investitionskosten sowie niedrigen Betriebskosten eine hohe Effizienz der Schlammeindickung durchgeführt werden kann. Die Anlage besticht durch die einfache Konstruktion sowie einfache Bedienung und einen daraus resultierenden sehr geringen Wartungsaufwand sowie einen problemlosem 24 Stundenbetrieb.
Nach Abschluss des Projekts möchten wir uns beim Ingenieurbüro Sprenger, speziell bei Herrn Dipl.-Ing. Wackernell, für die gute Zusammenarbeit bei der gesamten Planung sowie Ausführung bedanken. Weiter gilt unser Dank dem Geschäftsführer und Bürgermeister Herrn Rastner sowie seinen Mitarbeitern für die dauerhaft gute Zusammenarbeit zum Gelingen des Gesamtprojekts.
Wir wünschen dem Betrieb noch einen jahrelangen störungsfreien Betrieb der Gesamtanlage.
Von Albin Dengler





